Ein Igel als Wintergast
Seit vielen Jahren sind Igel auf unserem Schulgelände heimisch. Im Spätsommer hatte eine Igelmutter ihre Jungtiere sogar direkt hinter dem Fußballtor in einem Gebüsch aufgezogen. Die Tiere ließen sich von den spielenden Kindern nicht stören. Im Dezember tauchte mehrmals ein junger Igel auf dem Schulgelände auf und suchte nach Futter. Da die Witterung noch recht mild war, stellten die Kinder ihm ein paar Tage lang Katzenfutter hinaus, ließen ihn aber ansonsten in Ruhe. Nach den Weihnachtsferien wurde es frostig kalt. Was macht ein Igel im Winter? Schlafen natürlich! Das weiß in Evesen jedes Kind. Nicht aber das kleine Igelmädchen, das im Februar bei 6° minus über den verschneiten Schulhof trippelte. Nun musste gehandelt werden. Kurzerhand wurde das Stacheltier aus dem Schnee in den Klassenraum der Klasse 2b geholt und gewogen. Schnell stand fest: Der Igel war viel zu leicht, um den laut Wetterprognose noch länger andauernden Winter zu überstehen. Wahrscheinlich war er aus seinem Winterschlaf erwacht, weil seine Speckschicht aufgezehrt war. Vorübergehend wurde der Igel in einer leeren Spielzeugkiste einquartiert, mit Futter und Wasser versorgt und auf den Namen Hogi getauft. Klar, dass sich an diesem Tag thematisch alles nur noch um den Igel drehte! Am Mittag nahm eine Lehrerin den Igel mit nach Hause, richtete ihm ein frostfreies, kühles Quartier ein und fütterte ihn mehrere Wochen lang. Als Mitte März endlich der Frühling einzog, kam der große Tag: Hogi wurde auf der Streuobstwiese hinter unserer Schule wieder in die Freiheit entlassen. Die Kinder hatten einen behaglichen Unterschlupf vorbereitet und gaben dem nun wohlgenährten Igelmädchen viele gute Wünsche mit auf den Weg. Mach’s gut, kleine Hogi!